Wozu benötigt man ein Corporate Design?
Um sich in der Flut von Werbemaßnahmen und Information durchzusetzen, ist ein konsequentes Auftreten notwendig.
Das kann ein Erscheinungsbild leisten:
- Visualisierung:
Innere Haltungen und Wertvorstellungen des Unternehmens (z.B. Verantwortungsbewusstsein, Umweltbewusstsein, Qualitätsanspruch) können nach außen hin spürbar gemacht werden.
- Profilierung im Umfeld:
Das visuelle Erscheinungsbild ist das Instrument, mit dem ein Unternehmen oder eine Institution sich in der Öffentlichkeit am deutlichsten wahrnehmbar von anderen unterscheiden kann.
- Vertrauensfördernd, glaubwürdig:
Eine durchgängige Gestaltung aller kommunikativen Maßnahmen führt zu Kontinuität im Auftreten nach innen und außen.
- Synergieeffekte:
Die Variation konstanter Gestaltungselemente (wie das Logo, die Hausfarbe, die Schrift, usw.) erhöht den Bekanntheitsgrad und den Wiedererkennungswert. Die Effizienz von Einzel- und Werbemaßnahmen wird erhöht. Solche Aktionen können eindeutig einem Initiator zugeordnet werden.
- Identifikation:
Mitarbeiter werden motiviert. Gutes Design steigert Wohlbefinden und Sympathie der Mitarbeiter.
4.2 Anforderungen an das Corporate Design
Ein funktionales Erscheinungsbild soll folgende Kriterien erfüllen:
- Aufmerksamkeitswert
- Prägnanz
- Eigenständigkeit
- Wiedererkennungswert
- Langlebigkeit
- Variationen und Ausbaufähigkeit
- Ästhetik
- Modernität (zeitgemäßes Empfinden)
- Emotionale Steuerung
4.3 Bestandteile
- Logo
- Hausfarbe
- Hausschrift
- Gestaltungsraster
Diese vier Bestandteile werden konstante Gestaltungselemente genannt. Sie dienen als einheitliche Konstanten zum Erkennen und Unterscheiden des Unternehmens.
Logo
Das Unternehmenszeichen (Logo) soll folgende Eigenschaften erfüllen:
- Es weckt Aufmerksamkeit und hat Signalwirkung
- Es informiert und hat Erinnerungswert
- Es hat einen ästhetischen Wert, der eigenständig und langlebig ist
- Es integriert, es kann variiert und auf vielfältigste Vorlagen angebracht werden
Die Zeichen sind unterteilt in:
- Bildmarke
Die Bildmarke ist ein Symbol, das im Zusammenhang mit dem Unternehmen eine herausgehobene Stellung hat, wie z.B. der Mercedes-Stern, die Silhouette eines Frauenkopfes von Schwarzkopf oder die Kranich-Silhouette der Lufthansa.
Die Bildmarke hat den Vorteil, dass sie auf einen Blick erfasst, gelernt und wiedererkannt werden kann.
Eine Bildmarke kann einen starken und verständlichen Bezug zum Unternehmen herstellen, kann aber auch von den Unternehmensaktivitäten abweichende Inhalte darstellen, wie z.B. der amerikanische Computerhersteller Apple, der mit den herkömmlichen Erscheinungsbildern der Computerindustrie gebrochen hat, die durch IBM geprägt waren: Der angebissene Apfel in Regenbogenfarben setzt sich völlig von der Konkurrenz ab.
- Wortmarke
Die Wortmarke, auch Firmenschriftzug genannt, ist die grafisch gestaltete Form, den Namen eines Unternehmens zu schreiben. Im Fall von Coca-Cola und Nestlé wird sie zur Unterschrift. Ein Schriftzug hat den Vorteil, dass er eindeutig auf den Absender bezogen und kaum verwechselt wird.
- Kombinierte Marke
Eine kombinierte Marke, also Wort- und Bildmarke, verwenden z.B. Adidas, Wella oder Schwarzkopf.
Hausfarbe
Die Hausfarbe ist ein sehr wichtiges Gestaltungselement, weil sie ein unmittelbar einprägsames Erkennungs- und Unterscheidungsmerkmal für Unternehmen ist.
Beispiele:
- Gelb: Shell
- Grün: Dresdner Bank
- Blau: Aral, Hoechst
- Rot: Coca-Cola, Ferrari
- Lila: Milka
Hausschrift
Die Hausschrift sollte möglichst zeitlos sein und keinem bestimmten Modetrend folgen. Innovative Firmen verwenden z.B. Schriftarten wie Meta oder Thesis. Klassische konservative Schriften sind z.B. Helvetica oder Times.
Gestaltungsraster
Definition:
Durch Gestaltungsraster werden Komponenten eines Entwurfes wie z.B. Unternehmenszeichen und andere Gestaltungskonstanten, Texte und Abbildungen, in ein einheitliches feststehendes Ordnungssystem eingebunden.
D.h. es werden grundlegende Gemeinsamkeiten aller Kommunikationsmittel festgelegt.
Hierzu gehören Positionen von Logos innerhalb einer Gestaltung, die Abstände dieser zu anderen Gestaltungselementen, virtuelle Achsen und Linien, an denen Gestaltungselemente wie Texte oder Bilder ausgerichtet werden und Größen und Formatangaben für die häufigsten Gestaltungsmittel. Weiterhin sollte man festhalten, wie Flächen zu gestalten sind, wie viel Farbe prozentual auf dem Kommunikationsmittel als Fläche aufgetragen werden darf.
Auch das Gestaltungsraster ist ein sehr wichtiger Faktor der Wiedererkennbarkeit des Unternehmensauftritts, der darüber hinaus Entwurfs- und Realisierungsarbeiten vereinfacht.
Die konstanten Gestaltungselemente werden
- im Produktdesign,
- im Kommunikationsdesign sowie
- im Architekturdesign
eingesetzt.